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@Marco2811 - Fotolia.com

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Wir wollen was bewegen


Wir wollen was bewegen

Die WHO schlägt Alarm. Bei einer Konferenz der europäischen Gesundheitsminister im Juli diesen Jahres unterzeichneten die Mitglieder eine Deklaration mit dem erklärten Ziel die Probleme Fehlernährung und Bewegungsmangel in der heutigen Zeit im europäischen Rahmenprojekt „Gesundheit 2020“ gemeinsam zu bekämpfen. Anlass ist eine Erhebung der zufolge über 50 Prozent der Europäer als übergewichtig oder adipös, das heißt übergewichtig mit Krankheitswert, einzustufen sind. 77 Prozent der Krankheitslast in Europa wird durch nicht übertragbare Erkrankungen verursacht. Ein großer Teil davon wird durch Übergewicht begünstigt. Mit einer großen Auftaktveranstaltung im November möchte sich der Kreis an der Verbesserung der gesundheitlichen Situation der Bevölkerung beteiligen.
Mit über das Normalmaß hinaus steigendem Körpergewicht, wächst das Risiko für gefährliche chronische Krankheiten, wie Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Arterienverkalkung mit den Folgen von Durchblutungsstörungen in Gehirn, Herz und Beinen, erhöhten Blutfettwerten  oder Überbelastung von Wirbelsäule, Knie- und Hüftgelenken. Moderates Übergewicht stellt dabei, wie eine Anfang des Jahres veröffentlichte große Studie belegt, kein erhöhtes Gefährdungspotential dar und es gilt nach wie vor der Grundsatz „being fit is more important than being fat“, das heißt, ein etwas übergewichtiger Mensch, der sich sportlich betätigt, hat ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen, als ein körperlich inaktiver am oberen Normalgewichtsbereich. Dass Gewichtsreduktion durch Einschränkung in der Ernährung ein schwieriges Unterfangen ist, beweist die Vielzahl von Diäten und die Häufigkeit ihrer Anwendung. Unnötig ist ein bewusstes Ernährungsverhalten deswegen selbstverständlich nicht.
Die Analyse der Diagnosedaten im Kreis Rottweil hat bereits im letzten Jahr für das Jahr 2011 eine gegenüber dem Land erhöhte Rate an der Diagnose Adipositas, dem Übergewicht mit Krankheitswert, ergeben. Nach der Auswertung der Daten für 2012 hat sich dieser Umstand weiter bestätigt. Deshalb plant das Gesundheitsamt im Kreis Rottweil, im Rahmen der Gesundheitsstrategie Baden-Württemberg, am 23. November eine große Auftaktveranstaltung um mehr Bewegung in alle Lebenswelten zu bringen. Spezialisierte Referenten werden anschaulich und spannend den theoretischen Unterbau liefern. Anschließend ist die Bildung von Arbeitsgruppen vorgesehen, die Strategien entwickeln sollen, wie das Ziel „mehr Bewegung“ für alle Lebensbereiche und Lebensalter gelingen kann. In diese Arbeit bringen sich Experten, die mit verschiedenen Projekten praktische Erfahrung haben ein, so dass auf bereits Bewährtes zugegriffen werden kann. Eingeladen werden ab Mitte September alle an diesem Thema beteiligten Entscheidungsträger und Akteure, aber auch interessierte Bürger sind sehr willkommen. Das Projekt wird mit weiteren Aktionen, von denen einige dauerhaft bestehen sollen, fortgeführt. Angedacht ist beispielsweise eine modifizierte Übernahme des Esslinger Modells mit niederschwelligem Bewegungsangebot für Senioren auf öffentlichen Plätzen, oder die Anbindung an das Projekt „ gut drauf“ für Jugendliche und natürlich Impulse für eine bewegungsförderliche  Arbeitswelt. Neben der individuellen Tragweite, sollte nicht vergessen werden, dass Gesundheit ein wesentlicher Standortfaktor für Arbeit und Wohlstand der ganzen Bevölkerung darstellt.