Zuhause gesucht – ein Platz zum Wachsen.

Pflegeeltern im Landkreis Rottweil

Manche Kinder, egal, wie alt sie sind, können vorübergehend oder dauerhaft nicht bei ihren leiblichen Eltern leben. In solchen Fällen brauchen sie Menschen, die ihnen Stabilität, Geborgenheit und liebevolle Begleitung bieten – Pflegefamilien.

Der Landkreis Rottweil verfügt über ein gut ausgebautes Pflegekinderwesen. Damit das so bleibt, suchen wir regelmäßig Familien, Paare oder Einzelpersonen, die bereit sind, einem Kind ein Zuhause auf Zeit oder auf Dauer zu geben.

Was bedeutet es, Pflegeeltern zu sein?

Pflegefamilien nehmen Kinder auf, deren leibliche Familien aus unterschiedlichen Gründen aktuell nicht für sie sorgen können. Das kann wenige Wochen, Monate – oder viele Jahre dauern. Pflegeeltern übernehmen damit eine wichtige Aufgabe: Sie begleiten Kinder in herausfordernden Lebenssituationen, schenken Sicherheit und Alltag – und arbeiten eng mit dem Jugendamt und oft auch mit der Herkunftsfamilie zusammen. Wichtig zu wissen: Pflegeelternschaft ist keine Adoption. Die Verbindung zur Herkunftsfamilie bleibt bestehen. In der Regel finden regelmäßige, Umgänge mit den Eltern statt. Das Jugendamt berät und begleitet diese Prozesse.

Wer kann Pflegeeltern werden?

Pflegeeltern können ganz unterschiedlich sein: verheiratet oder unverheiratet, mit oder ohne eigene Kinder, alleinstehend oder als Paar. Entscheidend ist, dass sie ein stabiles Lebensumfeld bieten, genügend Platz in der Wohnung oder im Haus haben und bereit sind, einem Kind Sicherheit, Geborgenheit und liebevolle Begleitung zu schenken. Offenheit, Einfühlungsvermögen und Verlässlichkeit sind ebenso wichtig wie die Bereitschaft, eng mit dem Jugendamt und, wenn nötig, auch mit den leiblichen Eltern zusammenzuarbeiten. Besonders bedeutsam ist, dass die Entscheidung, ein Pflegekind aufzunehmen, gemeinsam getragen wird – nur so kann sie gelingen und den Kindern die Stabilität bieten, die sie brauchen.

Der Weg zur Pflegefamilie – so läuft das Verfahren ab

Der Weg zur Pflegefamilie beginnt mit einer unverbindlichen Kontaktaufnahme. Sie erhalten Informationsmaterial und können in einem persönlichen Gespräch alle Fragen klären. Danach folgen Kennenlerngespräche und ein Hausbesuch: In mehreren Terminen lernen wir uns gegenseitig kennen und betrachten gemeinsam Ihre persönliche und berufliche Situation, Ihren Erziehungsstil, Ihre Motivation und die Rahmenbedingungen. Anschließend werden alle erforderlichen Unterlagen und Formalitäten geprüft, darunter ein ärztliches Attest, ein polizeiliches Führungszeugnis und ein Lebenslauf. Bevor ein Kind bei Ihnen aufgenommen wird, bereiten wir Sie gezielt auf diese verantwortungsvolle Aufgabe vor – keine Familie geht unvorbereitet in die Pflegeelternschaft.

Wie kommt ein Pflegekind in die Familie?

Wenn ein Kind in Vollzeitpflege vermittelt wird, erhalten Sie zunächst eine anonyme Beschreibung des Kindes und seiner Situation. Nach einer Bedenkzeit und bei grundsätzlicher Bereitschaft folgt ein Kennenlerngespräch, häufig auch mit den leiblichen Eltern. Stimmen alle Parteien zu, wird das Kind bei Ihnen aufgenommen. Ganz gleich, ob es sich um ein Baby, ein Kindergartenkind oder ein Schulkind handelt – das Jugendamt sorgt dafür, dass die Vermittlung gut passt und das Kind die Unterstützung bekommt, die es braucht.

Welche Unterstützung gibt es?

Pflegeeltern werden vom Pflegekinderdienst des Jugendamtes eng begleitet und beraten. Sie erhalten ein Pflegegeld, das aus Sachaufwand wie Verpflegung, Kleidung oder Taschengeld sowie einem Erziehungsbeitrag besteht. Darüber hinaus gibt es Zuschüsse für besondere Anschaffungen, Urlaub oder Versicherungsbeiträge. Pflegeeltern werden in allen Belangen unterstützt, auch im Kontakt mit den Eltern des Kindes, und bei der Hilfeplanung gemäß SGB VIII begleitet, inklusive regelmäßiger Überprüfung der Perspektive. So ist sichergestellt, dass Sie bei Ihrer wertvollen Aufgabe nicht allein gelassen werden.

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