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Dienstleistung

Trennungs- und Scheidungsberatung

Beratung in Fragen der Partnerschaft, Trennung und Scheidung

Mitwirkung bei der Sorgerechtsregelung vor den Familiengerichten

Wenn Eltern sich trennen, ist dies für die Familie in der Regel mit Belastungen und einer Neuorientierung verbunden, Kinder bleiben hiervon nicht unberührt. Für deren Entwicklung ist es erfahrungsgemäß am besten, wenn Eltern weiterhin einvernehmlich für die Kinder handeln. Durch die veränderte Lebenssituation, die oft mit Krisen verbundene Trennung, verschiedene Wohnorte und durch vielleicht ins Stocken geratene Gespräche, ist dies manchmal leichter gesagt als getan.

Das Jugend- u. Versorgungsamt Rottweil will den Müttern und Vätern - bereits vor der Trennung - durch Beratung helfen, ein partnerschaftliches Zusammenleben in der Familie aufzubauen und Konflikte und Krisen in der Familie zu bewältigen. Entscheiden sich die Eltern jedoch für eine Trennung oder eine Scheidung, unterstützt das Jugendamt die Familie, möglichst einvernehmliche Konzepte im Sinne der Kinder zu finden.

Mit der Scheidung muss nicht zwangsläufig über die elterliche Sorge für gemeinsame, minderjährige Kinder entschieden werden. Im Regelfall bleibt es bei der gemeinsamen elterlichen Sorge und nur auf Antrag wird vom Familiengericht über die Alleinsorge befunden. Es ist Aufgabe des Jugend- und Versorgungsamtes, neben der Beratung der Eltern in Fragen der Partnerschaft, Erziehung, Trennung und Scheidung, diese bei der Erarbeitung einer einvernehmlichen Lösung zu unterstützen.

Ist das Familiengericht mit Maßnahmen, welche die Sorge für die Person für Kinder und Jugendlichen betreffen, befaßt, so wirkt das Jugend- u. Versorgungsamt in diesem Verfahren mit. Es unterrichtet über den bisherigen Beratungsprozess und erbrachte Leistungen. Es bringt die erzieherischen und sozialen Hintergründe zur Entwicklung der Minderjährigen ein und schlägt dem Familiengericht weitere Möglichkeiten der Unterstützung vor.Rechtsgrundlage:

§ 17 SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfegesetz):

(1) Mütter und Väter haben im Rahmen der Jugendhilfe Anspruch auf Beratung in Fragen der Partnerschaft, wenn sie für ein Kind oder einen Jugendlichen zu sorgen haben oder tatsächlich sorgen. Die Beratung soll helfen,

1. ein partnerschaftliches Zusammenleben in der Familie aufzubauen,
2. Konflikte und Krisen in der Familie zu bewältigen,
3. im Falle der Trennung oder Scheidung die Bedingungen für eine dem Wohl des
Kindes oder des Jugendlichen förderliche Wahrnehmung der
Elternverantwortung zu schaffen.

(2) Im Falle der Trennung und Scheidung sind Eltern unter angemessener Beteiligung des betroffenen Kindes oder Jugendlichen bei der Entwicklung eines einvernehmlichen Konzepts für die Wahrnehmung der elterlichen Sorge und der elterlichen Verantwortung zu unterstützen; dieses Konzept kann auch als Grundlage für einen Vergleit oder eine gerichtliche Entscheidung im familiengerichtlichen Verfahren dienen.

(3) Die Gerichte teilen die Rechtshängigkeit von Scheidungssachen, wenn gemeinschaftliche minderjährige Kinder vorhanden sind (§ 622 Abs. 2 Satz 1 der Zivilprozeßordnung), sowie Namen und Anschriften der beteiligten Eheleute und Kinder dem Jugendamt mit, damit dieses die Eltern über das Leistungsangebot der Jugendhilfe nach Absatz 2 unterrichtet.

§ 50 SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfegesetz):

(1) Das Jugendamt unterstützt das Familiengericht bei allen Maßnahmen, die die Sorge für die Person von Kindern und Jugendlichen betreffen. Es hat in folgenden Verfahren nach dem Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelgenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit mitzuwirken:
1. Kindschaftssachen (§ 162 des Gesetzes über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit),
2. Abstammungssachen (§ 176 des Gesetzes über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit),
3. Adoptionssachen (§188 Abs. 2, §§ 189, 194, 195 des Gesetzes über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit),
4. Ehewohnungssachen (§ 204 Abs.2, § 205  des Gesetzes über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit),
5. Gewaltschutzsachen (§§ 212, 213 des Gesetzes über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit),

(2) Das Jugendamt unterrichtet insbesondere über angebotene und erbrachte Leistungen, bringt erzieherische und soziale Gesichtspunkte zur Entwicklung des Kindes oder des Jugendlichen ein und weist auf weitere Möglichkeiten der Hilfe hin. In Kindschaftssachen informiert das Jugendamt das Familiengericht in dem Termin nach § 155 Abs. 2 des Gesetzes über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit über den Stand des Beratungsprozesses. 

(3) Hält das Jugendamt zur Abwendung einer Gefährdung des Wohls des Kindes oder des Jugendlichen das Tätigwerden des Gerichts für erforderlich, so hat es das Gericht anzurufen. Absatz 2 gilt entsprechend.

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