Foto: LRA Rottweil
Bild: Eine Mitarbeiterin des Gesundheitsamtes Rottweil geht mit einem weißen Tuch durch die Wiese. Idealerweise bleiben möglichst viele Zecken hängen, die dann in beschriftete Röhrchen gepackt und im Landesgesundheitsamt untersucht werden.
Fund in Tennenbronn: Besondere Hinweistafeln sollen aufklären
Schramberg-Tennenbronn. Das Gesundheitsamt Rottweil und das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg waren im vergangenen Jahr im Rahmen einer Feldstudie in Sachen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) im Landkreis unterwegs. Systematisch wurden Zecken eingesammelt, gezielt an jenen Stellen, wo bereits mehrfach FSME-Fälle aufgetreten waren. Die Ergebnisse der Suche haben in Tennenbronn nun einen sogenannten „FSME-Naturherd“ ans Licht gebracht: Bei der Kneippanlage wurden zwei Zecken mit einer erhöhten FSME-Viruslast identifiziert. Für das nahegelegene Freibad besteht laut Gesundheitsamt kein erhöhtes Risiko.
Neu ist die Gefahr durch Zecken im Landkreis Rottweil nicht, denn er gilt schon seit mehr als zehn Jahren als FSME-Risikogebiet. Bundesweit stuft das Robert-Koch-Institut derzeit 185 Landkreise und kreisfreie Städte als entsprechende Risikogebiete ein – hier ist die Gefahr, sich mit der FSME zu infizieren, insgesamt höher. Deshalb setzen die Behörden schon seit Jahren auf Aufklärung in Sachen Zecken. Rund um die Kneippanlage wird die Stadt Schramberg in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt nun gezielt mit Schildern aufklären. Ziel ist es, Besucherinnen und Besucher vor Ort über Zecken, mögliche Risiken und geeignete Schutzmaßnahmen zu informieren.
Aufmerksamkeit bei Aufenthalten in der Natur / Impfungen können schützen
Nicht jeder Zeckenstich führt zu einer Infektion. Dennoch empfiehlt das Gesundheitsamt, bei Aufenthalten in der Natur aufmerksam zu sein. Denn richtiges Verhalten kann das Risiko eines Zeckenstichs und die damit mögliche Übertragung einer FSME oder anderen Erregern verringern.
Eine Schutzimpfung kann vor FSME schützen. Sie wird besonders Menschen empfohlen, die in Risikogebieten – wie dem Landkreis Rottweil – leben und/oder sich häufig in der Natur aufhalten. Für einen vollständigen Schutz sind drei Impfungen sowie alle drei bis fünf Jahre eine Auffrischimpfung notwendig. Lange Hosen, feste Schuhe und langärmelige Kleidung reduzieren das Stich-Risiko bei Aufenthalten im Wald, in Wiesen oder im hohen Gras.
Spezielle Sprays können zwar Zecken fernhalten, bieten jedoch keinen vollständigen Schutz. Zusätzlich gilt, aufmerksam zu bleiben und Zecken schnell von der Kleidung oder der Haut zu entfernen – dazu gehört, den Körper nach dem Aufenthalt in der Natur abzusuchen.
Hintergrund zu FSME
Die FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) ist eine Virusinfektion, die durch Zeckenstiche übertragen wird. Ihre Bezeichnung ist übrigens irreführend, denn sie kommt längst nicht nur im Frühsommer vor, sondern fast ganzjährig. 70 bis 90 Prozent der Erkrankungen verlaufen ohne Symptome. FSME hat einen typischen zweiphasischen Verlauf. Häufig beginnt die Erkrankung mit grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Sie kann aber auch schwere Entzündungen der Hirnhäute, des Gehirns oder des Rückenmarks verursachen, diese können in seltenen Fällen mit bleibenden Schäden einhergehen.
Die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlene Impfung ist verträglich und schützt bei eingehaltenen Wiederholungsimpfungen zuverlässig.
Weitere Informationen gibt es auf der Website des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG).