Moldauische Veterinärinspektoren bei ihrer Hospitation im Landkreis Rottweil – Praxiswissen, Austausch und ein gutes Miteinander im Fokus. Unser Foto zeigt links Audrius Paura, Projektmanager bei der GFA Consulting Group GmbH (Generalbeauftragte des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) für das Bilaterale Kooperationsprogramm)., den Fluorn-Winzelner Bürgermeister Rainer Betschner, hinten oben rechts Dr. Wolfram Martens, den früheren Leiter des Landeskontrollteams Lebensmittelsicherheit Baden-Württemberg sowie vorne rechts Amtstierärztin Nadja Scholz vom Veterinäramt des Landkreises Rottweil.
Im Rahmen der deutsch-moldauischen Verwaltungspartnerschaft zwischen der Nationalen Agentur für Lebensmittelsicherheit (ANSA) und dem Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) im Bereich Veterinärwesen und Lebensmittelrecht besuchte eine Gruppe moldauischer Veterinärinspektoren den Kleinschlachthof in Brambach und die Gemeindeschlachtanlage in Fluorn-Winzeln. Ziel: Der Erfahrungsaustausch zu Schlachthofzulassungen und -inspektionen sowie die konkrete Umsetzung von EU-Recht in der Praxis.
Live dabei: Von der Lebendbeschau bis zur Fleischuntersuchung
Die moldauischen Gäste konnten den kompletten Ablauf einer Schlachtung in den ländlich geprägten Betrieben mitverfolgen – von der Lebendbeschau über die einzelnen Schritte der Schlachtung bis hin zur Fleischuntersuchung. Die Delegation zeigte sich durchweg interessiert, stellte viele fachliche Fragen und erhielt von Veterinäramtsleiter Dr. Jörg Hauser fachkundige Antworten. Für einen heiteren Moment sorgte Dr. Heinrich von Stromberg, der als Fleischbeschauer vor Ort war, als er die verschiedenen Amtsstempel demonstrierte – und sie den Gästen als bleibende Erinnerung auf den Notizblock stempelte.
Hintergrund: EU-Beitritt Moldaus und tierärztliche Praxis
Die Delegation, bestehend aus 15 der ANSA, ist aktuell zu einem mehrtägigen Training in Deutschland. Bereits im Dezember 2024 fand in Moldau eine Schulung zur EU-konformen Zulassung von Schlachthöfen statt – nun wird das Wissen durch Praxiseinblicke vertieft. Der Kreis Rottweil als Landkreis mit 19 Schlachteinrichtungen verschiedener Größe war für dieses Vorhaben ein gutes Ziel.
Auch in Moldau ist das EU-Lebensmittelrecht bereits in Kraft, doch in der Umsetzung gibt es noch Hürden: von baulichen Anforderungen über korrekte Betriebsabläufe bis hin zur Ausstattung für die Betäubung. Genau hier setzt die Verwaltungspartnerschaft an, um gemeinsam Verbesserungen anzustoßen.
Ein Projekt mit Weitblick
Das Projekt wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert und zielt langfristig darauf ab, die Kapazitäten der moldauischen Kontrollbehörden zu stärken. Neben Schlachthofinspektionen sind auch Themen wie Tierarzneimittelüberwachung, Tierseuchenbekämpfung sowie Schulungen, Hospitationen und Fachdialoge Teil der Zusammenarbeit.
Weitere Informationen zum Projekte gibt es hier: https://www.bmel.de/SharedDocs/Praxisbericht/DE/BKP_BTF/moldau_vet.html