Silvesterfeuerwerk: Gefährlich in vielerlei Hinsicht

Angespannte Lage in Kliniken / Gesundheitsamtes Rottweil appelliert an Bevölkerung

In der Silvesternacht 2020/2021 hat sich das Böllerverbot deutlich in der Statistik der DKG niedergeschlagen: In den Krankenhäusern wurden damals zwei Drittel weniger Feuerwerks-Schwerstverletzte auf den Stationen gezählt. Die wissenschaftliche Fachgesellschaft für Augenheilkunde, die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG), bezeichnet das Verkaufsverbot für Feuerwerkskörper in den beiden Pandemiejahren insgesamt „als effektive Maßnahme die Gesamtzahl der Augenverletzungen zur Silvesterzeit zu reduzieren“. Die Zahlen sprechen für sich – in der Silvesternacht 2020/2021 seien die Augenverletzungen im Vergleich zum Vorjahr sogar um 86 Prozent zurückgegangen.
Vor diesem Hintergrund appelliert das Gesundheitsamt Rottweil dringend, auf das Feuerwerk in der Silvesternacht komplett zu verzichten. Amtsleiter Dr. Adam: „Die gesundheitlichen Risiken sind hoch, und wir müssen gemeinsam alles unterlassen, was den Druck auf die überlasteten Kliniken unnötig erhöht“.
Das farbenfrohe Lichterspiel am Himmel hat, neben der Verletzungsgefahr, noch weitere „Nebenwirkungen“. So belastet es auch die Umwelt ganz massiv: Rund 2050 Tonnen Feinstaub werden jährlich durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern freigesetzt –75 Prozent davon in der Silvesternacht, berichtet das Umweltbundesamt. Die unsichtbaren Partikel können besonders für Menschen mit Vorerkrankungen ernste Folgen haben, weil die Partikel tief in die Atemwege eindringen können. Vor allem Patienten mit Asthma und anderen chronischen Atemwegserkrankungen, aber auch gesunde Menschen, können unter solchen massiven Luftbelastungen gesundheitliche Schäden erleiden – auch wenn die Belastung nur kurzzeitig ist.