Lyme-Borreliose durch Zecken


Wer sich gern im Freien aufhält, begegnet ihnen jetzt wieder öfters. Zecken sind v.a. in den warmen Monaten aktiv und können die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), eine Form der Hirnhautentzündung, übertragen. Es handelt sich um eine Viruserkrankung, gegen die man sich impfen lassen kann. Leider trifft dies nicht für die ebenfalls durch Zecken übertragene sogenannte Lyme-Borreliose zu. Hier geht die Gefahr nicht von Viren, sondern von Bakterien der Art Borrelia burgdorferi aus. Eine Vielzahl von Organsystemen können geschädigt werden, insbesondere Haut, Nervensystem, Gelenke und das Herz.
Die Lyme-Borreliose tritt vor allem in der Nördlichen Hemisphäre, in Nordamerika, Europa und Asien auf. In Europa ist sie die am häufigsten durch Zecken übertragene Krankheit. Es ist davon auszugehen, dass Borreliose von Zecken deutschlandweit, allerdings kleinräumig stark schwankend, übertragen wird. Etwa 1% der von einheimischen Zecken Gestochenen erkrankt an Borreliose.
Die sogenannte Wanderröte (Erythema migrans) ist das häufigste und meist erste klinische Zeichen einer Borreliose. Wenn sich rund um die Einstichstelle der Zecke eine Hautrötung entwickelt, die sich allmählich ringförmig vergrößert, sollte man sich beim Arzt vorstellen. Da es aber mindestens drei Tage dauert bis die Wanderröte auftritt, ist eine Rötung der Haut unmittelbar nach dem Stich eher als Fremdkörperreaktion zu werten und noch kein sicheres Anzeichen für eine Borreliose. Es kann auch sein, dass man zunächst gar keine Beschwerden hat oder nur allgemeine Krankheitssymptome wie Fieber-, Muskel- oder Kopfschmerzen und Müdigkeit bemerkt.
Weil die Borreliose oft erst viel später und zunächst unbemerkt eine Reihe weiterer Organe schädigen kann, ist sie gefürchtet und als Chamäleon in der Medizin bekannt. So sollte beispielsweise bei unklaren Nervenschmerzen, Gesichtsmuskellähmungen, Gelenkentzündungen v.a. des Kniegelenks oder  bei einer Herzmuskelentzündung an eine Borreliose gedacht werden.
Die gute Nachricht ist: Zur Behandlung einer Lyme-Borreliose stehen Antibiotika zur Verfügung. Bei rechtzeitigem Einsatz lassen sich  Komplikationen und das weitere Fortschreiten der Erkrankung vermeiden. Die prophylaktische Antibiotikagabe nach einem Zeckenstich ist nicht ratsam, da die meisten Zeckenstiche folgenlos bleiben und Antibiotika zu Nebenwirkungen führen und die Ausbildung von Resistenzen fördern können.
Da gegen eine Borreliose keine Impfung zur Verfügung steht, sollte man sich vor Zeckenstichen schützen. Und man sollte die Zecken so rasch wie möglich entfernen.
Das macht Sinn, denn für eine Übertragung von Borrelien muss die Zecke – anders als bei der FSME - in der Regel mehrere Stunden am Wirt gesaugt haben.  Die Erreger befinden sich nämlich im Darm der Zecke und müssen sich nach Beginn des Saugakts erst ihren Weg in die Speicheldrüsen bahnen.
 
Und hier noch einige Tipps, wie sich verhindern lässt, dass es überhaupt zu einem Stich kommt: Helle Kleidung tragen, die die Körperoberfläche bedeckt und auf der Zecken gleich entdeckt werden. Um zu vermeiden, dass die Zecken unter die Kleidung gelangen, ist es sinnvoll, das T-Shirt in die Hose zu stecken und die Socken über die Hose zu ziehen. Auch Anti-Zeckenmittel für die Haut wirken in einem gewissen Umfang. Genauso sind Schutzmittel für die Kleidung zu empfehlen. 
Nach einem Aufenthalt im Freien sollte der gesamte Körper von Mensch und Haustier sorgfältig nach Zecken abgesucht werden.
Für die Entfernung einer Zecke stehen Pinzetten, Zeckenzangen, -karten und
-schlingen zur Verfügung. Hat man kein Hilfsmittel zur Hand, kann man die Zecke mit den Fingernägeln nah an der Hautoberfläche packen und herausziehen. Nach der erfolgreichen Entfernung sollte die Einstichstelle desinfiziert werden.
 
Quelle: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_LymeBorreliose.html (03.05.2019)
https://www.zecken-radar.de/ (03.05.2019)
https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Borreliose/Borreliose.html

Wanderröte

Wanderröte
Quelle: Centers for Disease Control and Prevention