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Volltextsuche auf: https://www.landkreis-rottweil.de
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Innov2013

Zusammenarbeit mit Universitäten, Hochschulen und Forschungseinrichtungen

Der Landkreis Rottweil legt in all seinen Handlungsfeldern großen Wert auf eine enge Zusammenarbeit und den Austausch mit wissenschaftlichen Einrichtungen. 

Daher nahm der Landkreis Rottweil im Jahr 2013 an der Studie „Mögliche Konsequenzen des Klimawandels für den Ländlichen Raum in Baden-Württemberg sowie Handlungs- und Anpassungsstrategien“ teil. Die Studie entstand in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg im Auftrag des Ministeriums für den Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg.

Baden-Württemberg ist eines der am stärksten vom Klimawandel betroffenen Bundesländer. Beispielsweise sind im Südwesten die Temperaturen seit Beginn des 20. Jahrhunderts überdurchschnittlich stark angestiegen und es wird prognostiziert, dass sich diese Entwicklung weiter fortsetzten wird. Im Rahmen der Studie wurden mögliche Konsequenzen des rasant voranschreitenden Klimawandels speziell für den ländlichen Raum untersucht, um auf Grundlage der Ergebnisse Handlungsempfehlungen abzuleiten. Für diese Studie wurden umfangreiche Experteninterviews in den drei untersuchten Modelllandkreisen Sigmaringen, Main-Tauber-Kreis und Rottweil durchgeführt. Hierbei wurden unter anderem alle Bürgermeister aus den drei Modell-Landkreisen befragt. Darüber hinaus wurden verschiedene Ämter innerhalb der Landratsämter, Naturschutzverbände, Kreisbauernverbände, Regionalverbände und Energieagenturen in die Befragungen mit einbezogen.

Durch die umfangreichen Untersuchungen konnte festgestellt werden, dass in den Bereichen Landwirtschaft, Forstwirtschaft und der Wasserwirtschaft die negativen Folgen und Risiken des Klimawandels  gegenüber den positiven Folgen dominieren werden. In der Land- und Forstwirtschaft könnte es zwar durch den CO2-Düngungseffekt sowie die höheren Temperaturen zu Ertragssteigerungen kommen, wobei allerdings gleichzeitig die Qualität der Produkte abnehmen würde. Insbesondere die Verschiebung der Niederschläge vom Sommer in den Winter sowie das Auftreten von Starkregenereignissen, wodurch erhebliche Ernteschäden entstehen könnten, ist bedenklich.

Die Untersuchungen haben allerdings auch ergeben, dass sich aus dem Klimawandel positive Effekte für den Tourismus im ländlichen Raum ergeben könnten. Der Wintertourismus würde wohl aufgrund von mangelnden Niederschlägen in Form von Schnee in höheren Lagen zurückgehen. Allerdings könnte dies wohl durch höhere Übernachtungszahlen im Sommertourismus überkompensiert werden.

Die Untersuchung erhebt aufgrund der Datenverfügbarkeit und der Unsicherheit der Klimaprognosen kein Anspruch auf Vollständigkeit, eignet sich aber dennoch für eine erste Einschätzung der Klimasensitivität der betrachteten Gebiete.

Als Handlungsempfehlung wurde im Rahmen der Studie abgeleitet, dass überall dort gehandelt werden soll, wo eine erhöhte Vulnerabilität gegeben und zu erwarten ist. Dies umfasst unteranderem den Schutz der natürlichen Ressourcen, den Schutz der Infrastruktur und die Sensibilisierung der Landnutzer. Außerdem ist es laut der Studie auch sinnvoll, in denjenigen Bereichen anzusetzen in denen Vorteile aufgrund des Klimawandels zu erwarten sind. Dadurch könnten Potenziale genutzt und somit die regionale Wirtschaft gestärkt werden.



Darüber hinaus nahm der Landkreis Rottweil im Jahr 2014 auch an der Studie „Energiewende in Baden-Württemberg: Auswirkungen, Chancen und Risiken für den Ländlichen Raum in Baden-Württemberg (EnergieBW)“ teil. Die Studie wurde von der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg im Auftrag und in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für den Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg erstellt. Im Rahmen der Studie wurde eine Befragung der regionalen Energieagenturen durchgeführt. Hierbei sollten regionale Unterschiede hinsichtlich der generellen Herangehensweise bei der Umsetzung der Energiewende identifiziert werden. Darüber hinaus wurde untersucht, welche Chancen und Konfliktpotenziale für den Landkreis bei der Umsetzung der Energiewende bestehen.

Durch die Befragung der regionalen Energieagenturen wurde festgestellt, dass die befragten Kommunen sehr positiv der Energiewende gegenüber eingestellt sind, auch wenn eine gewisse Skepsis im Hinblick auf deren Gelingen vorliegt. Darüber hinaus wurden im Rahmen der Studie verschiedene Handlungsempfehlungen zur verbesserten Umsetzung der Energiewende erarbeitet. Hierbei wurde insbesondere die große Bedeutung der interkommunalen Zusammenarbeit für das Gelingen der Energiewende hervorgehoben. Eine weitreichende Zusammenarbeit der Kommunen im ländlichen Raum ist insbesondere deshalb sehr wichtig, da kleinere Kommunen oftmals nicht die notwendigen fachlichen und finanziellen Ressourcen und Kapazitäten besitzen um die notwendigen Maßnahmen einzuleiten und umzusetzen.  Daher bietet ein gemeinsames Vorgehen der Kommunen die Möglichkeit, vorhandene Ressourcen und Kompetenzen zu bündeln und somit Synergieeffekte zu nutzen. Darüber hinaus kommt der Einbindung der Bevölkerung in die Energiewende eine große Bedeutung zu. Das Mehrgenerationenprojekt Energiewende kann nur gelingen, wenn sämtliche Bereiche und Gruppen unserer Gesellschaft diese gemeinsam gestalten.

 
 
Wissenschaft und Forschung im Landkreis Rottweil

Falls Sie sich in einem Bachelor- oder Masterstudium befinden und bereits eine interessante Idee für eine Abschlussarbeit im Themenbereich Klimaschutz und Energiewende im Landkreis Rottweil haben, können Sie uns gerne unter klimaschutzmanagement@lrarw.de kontaktieren. Gerne prüfen wir in Abstimmung mit ihrem Betreuer, ob wir Ihnen bei der Erstellung Ihrer Arbeit behilflich sein können.

Landratsamt Rottweil