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Technischer Hintergrund

Drei Schritte zum schnellen Internet

Erstens: Auf der Strecke zwischen der örtlichen Vermittlungsstelle und dem Multifunktionsgehäuse (MFG), dem großen grauen Kasten am Straßenrand, wird das Kupferkabel durch Glasfaserkabel ersetzt. Glasfaser ist das schnellste Übertragungsmedium. Das hohe Tempo hat allerdings seinen Preis: Das Verlegen von Glasfaser kostet rund 70.000 Euro pro Kilometer.

Zweitens: Die Multifunktionsgehäuse werden mit moderner Technik ausgestattet und zu einer Art Mini-Vermittlungsstelle umgewandelt. Hightech findet sich auf engstem Raum. Das Herzstück ist der MSAN (Multi Service Acces Note). Er nimmt die Datenpakete aus dem Glasfaser entgegen und verteilt sie auf die Kupferkabel der Kundenanschlüsse und umgekehrt. Neben dem MSAN sind unter anderem Stromzufuhr, Belüftung, Steckplätze, Signalverteiler und ein Alarmsystem im Innern des MFG. Denn die Technik ist natürlich gesichert.
Das Innenleben erklärt ein gewisses Wachstum der grauen Kästen. Sie sind bis zu 2 Meter breit, 1,60 Meter hoch, 0,5 Meter tief und mehr als 200 Kilo schwer. Wer einen Blick ins Gehäuse wirft, stellt fest: Hier wird kein Platz verschenkt, die Technik findet sich auf engstem Raum.
Der Standort eines Multifunktionsgehäuses kann nicht frei gewählt werden. Die Multifunktionsgehäuse müssen so über das Gebiet verteilt sein, dass jeder Nutzer einen schnellen Internet-Anschluss bekommen kann. Hier setzt die Physik enge Grenzen. Trotzdem werden die Standorte der Multifunktionsgehäuse immer mit der Gemeinde abgesprochen. Sie trifft eine Entscheidung im Sinne des Allgemeinwohls. Als Faustformel gilt: Je näher der Kunde am MFG wohnt, desto höher ist seine Geschwindigkeit.

Drittens: Die Kupferleitung, die vom MFG zum Kunden führt, wird durch Vectoring-Technik schneller. Vectoring beseitigt die elektromagnetischen Störungen, die auf der Kupferleitung auftreten. Dadurch ist mehr Tempo beim Herauf- und Herunterladen möglich. Beim Herunterladen erhöht sich die Geschwindigkeit von 50 auf bis zu 100 Megabit pro Sekunde (MBit/s). Beim Heraufladen vervierfacht sich die Geschwindigkeit von 10 auf bis zu 40 MBit/s. Das hilft beim Austausch von Dokumenten, Fotos und Videos im Internet. Das neue Netz ist so leistungsstark, dass Telefonieren, Surfen und Fernsehen gleichzeitig möglich sind. Sollte jemand noch schneller surfen wollen, geht auch das: Die Telekom bietet bereits heute bundesweit den Router "Speedport Hybrid" an. Dieser bündelt die Übertragungsgeschwindigkeiten von Festnetz und Mobilfunk (LTE) miteinander. Das erhöht die Bandbreite deutlich.

Und die Entwicklung geht weiter
Für das Kupferkabel wurde schon öfter das Totenglöckchen geläutet. Immer zu Unrecht. Durch den Einsatz von Vectoring erreichen wir eine neue Qualität im Kupferkabel: 100 Megabit pro Sekunde (MBit/s) beim Herunterladen und 40 Megabit pro Sekunde beim Heraufladen. Und die Entwicklung geht weiter: "Super Vectoring" wird die Geschwindigkeit beim Herunterladen auf 250 MBit/s steigern und beim Heraufladen auf 50. Derzeit plant die Telekom, diese Technik in zwei bis drei Jahren einzuführen. Und auch dann ist noch nicht Schluss: Mit G.fast steht die nächste technologische Entwicklung bereits vor der Tür. Auch diese Technik – die Datenraten im Gigabit-Bereich möglich machen soll – nutzt eine Kombination von Glasfaser- und Kupferkabel und auch Vectoring.

Vectoringausbau ist Glasfaserausbau!
Was in der Darstellung oft nicht erwähnt wird: Vectoringausbau ist Glasfaserausbau! Wir wollen nur den ersten Schritt vor dem zweiten machen. Und das bedeutet: Erst bis zu den Kabelverzweigern bauen. Und wenn die Nachfrage nach noch schnelleren Anschlüssen steigt, dann die Glasfaser weiter bis zu den Haushalten bringen.
Nur der Einsatz von Glasfaser garantiert, dass die Daten vom MFG, dem grauen Kasten am Straßenrand, wo sich die Datenleitungen vieler einzelner Häuser und Wohnungen treffen, in hoher Geschwindigkeit gebündelt in die nächste Vermittlungsstelle und von dort ins Internet und zurück transportiert werden. Überall, wo die Telekom eigenfinanziert Vectoring ausbaut, werden neue Glasfaserstrecken gezogen. Und in den meisten Neubaugebieten werden übrigens bereits die Glasfaserleitungen von uns bis in die Häuser verlegt.

Das Ergebnis: 400.000 Kilometern Glasfaser
Die Telekom besitzt mit knapp 400.000 Kilometern Glasfaser das mit Abstand größte Glasfasernetz in Deutschland. Ein Kabel dieser Länge lässt sich zehnmal um die Erde wickeln. Pro Jahr kommen im Rahmen unserer Integrierten Netzstrategie rund 10.000 Kilometer Glasfaser hinzu. Unser Glasfasernetz wächst also um über 27 Kilometer pro Tag oder mehr als einen Kilometer pro Stunde.

Landratsamt Rottweil