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Die Umstellung des unbaren Zahlungsverkehrs auf das Zahlungsformat SEPA

Allgemeines
Die Abwicklung des inländischen Zahlungsverkehrs ändert sich zum 1. Februar 2014 grundlegend. Ab diesem Zeitpunkt müssen Bankkunden europaweit einheitliche Kontonummern verwenden. Außerdem werden nationale Überweisungen und Lastschriften im europäischen Zahlungsraum (SEPA) vereinheitlicht.

SEPA (Single Euro Payments Area) steht für einen einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum, in dem alle Zahlungen wie inländische Zahlungen behandelt werden. Neben den 27 EU-Staaten nehmen noch Island, Liechtenstein, Norwegen, die Schweiz und Monaco teil. Mit SEPA wird nicht mehr zwischen nationalen und grenzüberschreitenden Zahlungen unterschieden. Nutzer von Zahlungsverkehrsdienstleistungen können mit SEPA bargeldlose Euro-Zahlungen von einem einzigen Konto vornehmen und hierbei einheitliche Zahlungsinstrumente (SEPA-Überweisung, SEPA-Lastschrift und SEPA-Kartenzahlungen) ebenso einfach, effizient und sicher einsetzen wie die heutigen Zahlungsverkehrsinstrumente auf nationaler Ebene.

Nationale Elemente entfallen zugunsten gemeinsamer europäischer. Statt der deutschen achtstelligen Kontonummer bekommt jeder eine internationale IBAN (International Bank Account Number) mit 22 Stellen. Jede Bank erhält eine einheitliche internationale Bankleitzahl namens BIC (Bank Identifier Code). Doch was zunächst wie eine einfache Nummernumstellung aussieht, die in erster Linie Banken betrifft, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als weitreichende Umwälzung des gesamten Zahlungsverkehrs.

Ziele von SEPA
Mit der Einführung des Euro als gemeinsame Währung im Jahr 1999 und der Euro-Banknoten und -münzen im Jahr 2002 wurden bereits wichtige Grundlagen für einen einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum gelegt. Die Einwohner des Euroraums können seitdem Barzahlungen im gesamten Euro-Währungsgebiet ebenso einfach durchführen wie zuvor mit der nationalen Währung im eigenen Land.

Konsequenterweise sollen dieser gemeinsame Weg auch im Bereich des bargeldlosen Zahlungsverkehrs weitergegangen und die Zahlungssysteme an die Wirklichkeit angepasst werden. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund der zunehmenden Bedeutung bargeldloser Zahlungen (Überweisungen und Lastschriften). Ein Großteil der innereuropäischen Zahlungen erfolgt mittlerweile unbar.

Künftig wird es in Europa einheitliche Verfahren und Standards geben, so dass jeder Kunde Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen in einheitlicher Weise überall in Europa einsetzen kann. Durch die Harmonisierung können die Bankkunden ihren gesamten Euro-Zahlungsverkehr über eine beliebige Bank im Euroraum abwickeln. Die Abschottung der bisherigen nationalen Märkte wird zu Gunsten eines europaweiten Zahlungsverkehrsmarktes aufgehoben und europaweiter Wettbewerb geschaffen. SEPA betrifft also nicht nur den grenzüberschreitenden Euro-Zahlungsverkehr, sondern soll zu einer vollständigen Integration der nationalen Zahlungsverkehrsmärkte führen. Damit wird der Umbau der europäischen Zahlungsverkehrslandschaft auch nationale Strukturen berühren.

Auswirkungen im privaten Bereich
Auch im privaten Bereich wird die SEPA-Umstellung ihre Spuren hinterlassen, allerdings gilt im privaten Bereich eine verlängerte Frist, bevor SEPA genutzt werden muss, nämlich bis 2016.

Einige grundsätzliche Fragen zur SEPA Umstellung haben wir nachfolgend zusammengestellt:

Was verändert sich durch SEPA?
Zum 1. Februar 2014 können Überweisungen und Lastschriften innerhalb Deutschlands sowie grenzüberschreitende Zahlungen in Euro nur noch mittels der SEPA-Zahlungsverfahren ausgeführt werden. Für die meisten wird der Wechsel fast unbemerkt stattfinden: Die neuen SEPA-Überweisungen und SEPA-Lastschriften sind einfach zu nutzen, da sie sehr stark den Verfahren ähneln, die man hierzulande bis jetzt nutzt. Lediglich die Kennzeichnung des Kontos ändert sich. Statt der bisherigen Kontonummer und Bankleitzahl muss zukünftig die IBAN benutzt werden.

Bei der SEPA-Überweisung beschränkt sich die Neuerung auf die Nutzung von IBAN im nationalen Zahlungsverkehr und den bis 1. Februar 2016 notwendigen Gebrauch von BIC bei grenzüberschreitenden Überweisungen. Mit dem Einsatz der SEPA-Lastschrift sind einige Umstellungen, aber auch Vorteile für Verbraucherinnen und Verbraucher verbunden.

Welche Vorteile bringt SEPA für mich als Verbraucher?
Die SEPA-Verfahren können sowohl für Inlandszahlungen als auch für grenzüberschreitende Zahlungen genutzt werden. Im Einzelnen heißt das zum Beispiel, dass Sie die Kosten für ein Ferienhaus im europäischen Ausland oder Sendungen im europäischen Versandhandel per SEPA-Lastschrift begleichen können.

Sie können aber auch ganz bequem europaweit Ihre fälligen Rechnungsbeträge vom Konto abbuchen lassen. Die SEPA-Lastschrift bietet einen weiteren Vorteil: Durch die Einführung eines exakten Fälligkeitstermins wissen Sie zukünftig genau, wann die Belastung Ihres Kontos erfolgt und können so Ihre Liquiditätsplanung optimieren. Beachten Sie bitte: Sie müssen vorab den Zahlungsempfänger durch ein sogenanntes SEPA-Lastschriftmandat zum Einzug des Geldes ermächtigen.

Was bedeuten IBAN und BIC?
Die IBAN (International Bank Account Number) ist eine internationale Kontonummer, die in Deutschland mit 22 Stellen dargestellt wird. Die IBAN ist dem Grunde nach leicht zu merken, denn sie besteht aus Ihrer 10-stelligen Kontonummer und der 8-stelligen Bankleitzahl, zusammen mit dem Länderkennzeichen DE für Deutschland und einer 2-stelligen Prüfziffer. Das heißt: Bis auf vier Zeichen ist Ihnen die IBAN bereits vertraut. Sie können Sie bereits heute Ihrem Kontoauszug entnehmen, außerdem steht sie auf neu herausgegebenen EC- oder Kreditkarten.

BIC (Business Identifier Code) ist die internationale Bankleitzahl des Kreditinstitutes, z. B. SOLADES1RWL für die Kreissparkasse Rottweil oder die GENODES1VRW  für die Volksbank Rottweil.  Auch die BIC ist auf Ihrem Kontoauszug bereits hinterlegt.

Kann ich auch zukünftig meine Überweisung mit Kontonummer und Bankleitzahl tätigen?
Die deutschen Banken werden von der sogenannten „Konvertierungslösung“ Gebrauch machen, um ihren Kunden die Umstellung auf die SEPA-Zahlverfahren so bequem wie möglich zu gestalten. Das bedeutet, Privatkunden können weiterhin bis 2016 die deutsche Kontonummer und Bankleitzahl für die Beauftragung von Zahlungen angeben und die Banken werden diese in die neuen Kundenkennungen IBAN und BIC umrechnen. Auch im Online-Banking wird eine entsprechende Unterstützung zur Verfügung gestellt werden.

Was passiert, wenn ich mich bei der IBAN verschreibe?
Die IBAN wird durch eine zweistellige individuelle Prüfziffer abgesichert. Damit können Zahlendreher bei der IBAN erkannt werden.

Betreffen die Änderungen durch SEPA auch das Online-Banking?
Beim Online-Banking werden entsprechende Eingabemasken für die SEPA-Überweisung angeboten. Alle bisherigen Funktionen und Layouts bleiben erhalten.

Gibt es neue Zahlungsverkehrsvordrucke für die SEPA-Überweisung?
Ja, für die SEPA-Überweisung gibt es neue Vordrucke. Die althergebrachten Überweisungsvordrucke für den nationalen Zahlungsverkehr können aber bis Februar 2014 weiter genutzt werden.

Gelten erteilte Einzugsermächtigungen auch für die SEPA-Lastschrift?
Für bereits bestehende Lastschrifteinzüge aufgrund einer Einzugsermächtigung müssen Sie keine neuen SEPA-Lastschriftmandate erteilen. Hier bleiben die bestehenden Einzugsermächtigungen weiter gültig.

Zu beachten ist dabei, dass der Lastschrifteinreicher den Zahler vor dem ersten SEPA-Basislastschrifteinzug über den Wechsel vom Einzug per Einzugsermächtigungslastschrift auf den Einzug per SEPA-Basislastschrift unter Angabe von Gläubiger-Identifikationsnummer und Mandatsreferenz in Textform zu unterrichten hat.

Was ist das SEPA-Lastschriftmandat?
Durch das SEPA-Lastschriftmandat wird der Zahlungsempfänger ermächtigt, fällige Rechnungsbeträge vom Zahlungspflichtigen einzuziehen. Gleichzeitig wird auch das Kreditinstitut des Zahlungspflichtigen mit der Einlösung der Lastschrift beauftragt. Das Mandat kann selbstverständlich jederzeit durch den Zahlungspflichtigen gegenüber dem Zahlungsempfänger widerrufen werden. Ein SEPA-Lastschriftmandat kann entweder für eine einmalige oder für sich wiederholende Zahlungen erteilt werden.

Wie lange gilt das SEPA-Lastschriftmandat?
Sofern das SEPA-Lastschriftmandat nicht für eine einmalige Zahlung erteilt wurde, gilt es unbefristet bis zum Widerruf durch den Zahlungspflichtigen bzw. maximal für 36 Monate nach der letzten Lastschrift.

Was ändert sich durch SEPA bei den Kartenzahlungen?
Durch die Einführung von SEPA werden auch Kartenzahlungen vereinheitlicht. Betroffen davon sind die Debitkarten, besser bekannt als "EC-Karten", sowie die Kreditkarten.

Ziel der SEPA ist es, die technische Funktionsweise von Karten und Akzeptanzterminals so zu verbessern, dass EU-weit keine technologische Hürde der Akzeptanz von Karten entgegensteht. Darüber hinaus bieten europaweit einheitliche Sicherheitsstandards einen weiter verbesserten Schutz vor Missbrauch für Karteninhaber und Händler bei Kartenzahlungen in Europa.

Weiterführende Informationen zu SEPA finden sich unter dem Gemeinsamen Informationsportal der Deutschen Bundesbank, des Bundesfinanzministeriums und der Mitglieder des Deutschen SEPA-Rates unter www.sepadeutschland.de

Landratsamt Rottweil