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@Marco2811 - Fotolia.com

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Zwischenbericht Modellprojekt zur ambulanten Versorgung in der Region SBH


Erste Zukunftswerkstätten im „Modellprojekt zur ambulanten  Versorgung in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg“ stimmen zuversichtlich

Gerade auf dem Land wird es zunehmend schwieriger, für Hausarztpraxen Nachfolgeregelungen zu finden. Der Landkreis  Rottweil  hat sich daher bereits 2015 mit dem Schwarzwald-Baar-Kreis und dem Landkreis Tuttlingen zu einem Modellprojekt zusammengeschlossen u.a. mit dem Ziel,  die ambulante Versorgung in unserer Region zu sichern.
 
Nach Auftaktveranstaltungen im Juli 2017, haben im darauffolgenden Oktober  Ärztinnen und Ärzte sowie weitere wichtige Gesundheitsakteure und VertreterInnen der Kommunen  in einer ersten „Zukunftswerkstatt“ beraten, wie auch langfristig eine wohnortnahe Versorgung sichergestellt werden kann. Diese fand in vier „Fokusräumen“ statt, die das Umland von Furtwangen und Donaueschingen im Schwarzwald-Baar-Kreis, Oberndorf/Sulz im Landkreis Rottweil sowie den nördlichen Landkreis Tuttlingen umfassen. Es wurden auf diese Fokusräume zugeschnittene Ansätze entwickelt, die nun weiter konkretisiert und bis Mitte 2018 in einer zweiten Werkstattrunde zur Umsetzung geführt werden sollen.

Im Kern des Projekts steht die Erkenntnis: Die beteiligten Landkreise und ihre Gemeinden müssen junge Ärztinnen und Ärzte für eine Arbeit in den ländlichen Gemeinden gewinnen. Der medizinische Nachwuchs wünscht sich vermehrt moderne, flexible Arbeitsbedingungen, am Anfang meist auch im Angestelltenverhältnis, die in ländlichen Kleinpraxen so oftmals nicht realisierbar sind. Deshalb gilt es nun, moderne Strukturen zu schaffen, die diesen Ansprüchen gerecht werden können. Den Weg dahin können am besten größere Zusammenschlüsse von Ärzten bahnen. Von entscheidender Wichtigkeit dabei ist auch eine enge Kooperation von Ärzteschaft und Gemeinden.

In den Fokusräumen werden nun individuell abgestimmte Ansätze verfolgt: Um potenzielle Initiatoren für innovative Projekte im Fokusraum Oberndorf/Sulz zu identifizieren, wird bei den Bürgermeistern die Perspektive bezüglich der ärztlichen Nachbesetzungssituation und deren Interesse an einem kommunalen Engagement für dieses Thema abgefragt. Des Weiteren soll eine telefonische Nachfassaktion erfolgen, bei der alle Hausärzte ab 60 Jahren zu ihrer Nachfolgesituation befragt werden. In Furtwangen und Donaueschingen wird die Machbarkeit von „Lokalen Gesundheitszentren“ geprüft, die von den Akteuren vor Ort umgesetzt werden können. Ziel ist dabei nicht, die bestehenden Einzelpraxen aufzugeben. Vielmehr geht es darum, die Praxisstandorte zu erhalten und freiwerdende Arztsitze gemeinsam nach zu besetzen  – erleichtert durch attraktivere Arbeitsplätze, die durch eine Zusammenarbeit mehrerer Ärzte geschaffen werden können. In Tuttlingen kooperieren Ärzte und Kommunen bereits in Projekten zur Nachwuchsakquise. Hier wird ein Gesundheitsdialog entwickelt, mit dem Ärzteschaft und Kommunen eine regelmäßige Austauschplattform erhalten, von der aus sie die Versorgungssicherung im gesamten Landkreis gemeinsam angehen.

Darüber hinaus werden auch Themen für die gesamte Region Schwarzwald-Baar-Heuberg vorangetrieben: Eine umfassende Nachwuchsförderung gehört genauso dazu wie der Ausbau von Pilotprojekten zur Telemedizin. Außerdem wird geprüft, welche Änderungen in der ärztlichen Bedarfsplanung der Kassenärztlichen Vereinigung eine Hilfestellung in der Sicherung der Versorgung leisten können.

Für das Projekt haben der Schwarzwald-Baar-Kreis sowie die Landkreise Rottweil und Tuttlingen das Forschungs- und Beratungsinstitut Quaestio und das Institut für Allgemeinmedizin der Universität Frankfurt beauftragt. Das Projekt wird durch eine Finanzierung des Ministeriums für Soziales und Integration des Landes Baden-Württemberg ermöglicht und in Kooperation mit der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg durchgeführt.

Mehr Informationen zum Projekt können auf der Internetseite www.landarzt-sbh.de abgerufen werden. Weiterhin besteht dort die Möglichkeit, Kontakt zu den Projektverantwortlichen aufzunehmen.

Landratsamt Rottweil