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@Marco2811 - Fotolia.com

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Rauchverzicht lohnt sich in jedem Alter


Rauchverzicht lohnt sich in jedem Alter

Dass Rauchen nicht gesund ist, weiß heute jeder. Obwohl die Zahl der Raucher seit Jahren sinkt, praktizieren dieses größte vermeidbare Gesundheitsrisiko in Deutschland noch immer etwa ein Viertel der erwachsenen Bevölkerung. Mehr als 300 Todesfälle pro Tag gehen auf das Konto des Nikotinkonsums. Dabei sind nicht nur die Raucher selbst mit Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems, darunter Herzinfarkt und Schlaganfall, Lungenkrankheiten, die zu Einschränkungen in der körperlichen Leistungsfähigkeit führen und Krebs in verschiedenen Organen betroffen, auch Passivraucher werden geschädigt. Kindliches Asthma beispielsweise könnte oft vermieden werden, wenn die Kinder rauchfrei aufwachsen würden. Schon 1997 hat das Bundesverfassungsgericht festgestellt, dass Rauchen nicht nur für den Raucher gesundheitsschädlich ist, sondern auch eine gesundheitliche Gefahr für Nichtraucher darstellt. Beeindrucken sollte außerdem die Erkenntnis, dass Raucher eine im Durchschnitt um zehn Jahre verkürzte Lebenserwartung haben und, dass Frauen, wenn sie wie Männer rauchen, auch wie Männer sterben. Die ernüchternden Studienergebnisse zum Thema Rauchen weisen aber auch auf günstige Faktoren hin, die Hoffnung geben. So hat eine große amerikanische Studie nachgewiesen, dass die Lebenserwartung in jedem Alter durch einen Rauchstopp gesteigert werden kann. Je früher der Nikotinverzicht, desto größer fällt der Gewinn an Lebensjahren aus.
Aktuelle Zahlen des ersten Quartals 2013 belegen den rückläufigen Konsum von Zigaretten. Allerdings macht sich eine Tendenz zur häufigeren Nutzung von Wasserpfeifen, sogenannten Shishas, bemerkbar. Wer nun denkt, der Gebrauch dieser Methode würde weniger gesundheitliche Gefahren bedeuten, der irrt. In diesem Zusammenhang, sei noch darauf hingewiesen, dass erst vor kurzem nachgewiesen wurde, dass Raucher ein doppelt so hohes Risiko für eine rheumatische Erkrankung aufweisen, als Nichtraucher. Auch hier verringert sich das Risiko durch Rauchverzicht nachweislich, allerdings sehr langsam.
Neben der zunehmend bewussteren Erkenntnis über die gesundheitlichen Gefahren des Rauchens, machen sich natürlich auch die höheren Preise für Tabakprodukte und die rauchfreien Zonen als Erfolgsfaktor für die gesunkene Raucherrate bemerkbar. Schon bei Konsum von 1-4 Zigaretten pro Tag kann ein Rauchverzicht nach zehn Jahren bis zu 3.000 € in die Kasse des Ex-Rauchers spülen. Das entspricht einer schönen zweiwöchigen Urlaubsreise. Und wer als Raucher argumentiert, dass er durch die Zigarettensteuer den Staat besser finanziell unterstützt, als ein Nichtraucher, den sollten die folgenden Zahlen nachdenklich stimmen. Im ersten Quartal 2013 lagen die Einnahmen durch die Tabaksteuer bei 2,26 Milliarden €. Die jährlichen Folgekosten für die Gesellschaft durch rauchbedingte Erkrankungen belaufen sich jedoch auf 17 Milliarden Euro.
Gemeinsam mit der Fachstelle Sucht möchte das Gesundheitsamt mit Info-Material im Landratsamt und im Gesundheitsamt über Möglichkeiten zum Rauchstopp informieren. Die Fachstelle Sucht bietet spezielle Raucherentwöhnungskurse an. Neben der Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit wird damit verhindert, dass sich schwer verdientes Geld einfach in Rauch auflöst.